
Ihr kennt das sicher alle. Man arbeitet auf etwas (Unangenehmes) hin und ersehnt sich fast nichts anderes, als dass dies so schnell und unbeschadet wie möglich von statten geht. So auch ich bei meinen Semesterprüfungen. Ich lerne- und ich mag es nicht, zu lernen- und lerne, einzig mit dem Ziel, die Prüfungen zu bestehen- wobei ich wohl nicht das Lernen per se nicht mag sondern die dauernde Anspannung bis zum Zeitpunkt der Prüfung. Der ganze Druck, welcher nach den Prüfungen von einem fällt sollte im Grunde ja immens sein, da man Wochen der Arbeit ausschliesslich an diesen Tests misst und diese für die Zukunft auch nicht gerade unbedeutend sind.
Beinahe wie ein Asket habe ich die letzten Wochen gelebt und
auf die Meisten schönen Beschäftigungen des Lebens (anhand meiner Definition der ‚schönen Dinge im Leben‘) verzichtet.
Nun sind die Prüfungen für dieses Semester vorbei. Die
Anspannung ist gefallen und die Türen zu Genuss und Freiheit haben sich wieder
geöffnet. Das Gefühl der absoluten Befriedigung allerdings stellt sich einfach nicht ein.
Nicht unmittelbar nach den Prüfungen und auch nicht einen Tag danach. Es ist
kein himmelhochjauchzend. Kein „ich könnte die ganze Welt umarmen“. Im Gegenzug
ist es auch nicht schlecht. Es ist einfach… normal. Unaufgeregt. Nicht
langweilig, das sind Gefühle nie, aber auch nicht anders als zuvor. Wo ist
dieses Gefühl? Ich weiss, ich hatte es schon etliche Male. Nicht unbedingt nach
Prüfungen oder Schulabschlüssen, aber es war da. Dieses sich über Stunden
erstreckenden Gefühl der Perfektion, der Unbesiegbarkeit, der Fülle aller
schönen Gefühle, die das Leben einem schenken kann. Das Gefühl, als wolle man
die ganze Welt umarmen, als würde man am liebsten himmelhoch jauchzend durch
die Gegend laufen.
Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass dieses Gefühl
beinahe nur dann eintreffen kann, wenn man nicht darauf spekuliert. Die besten
Filme, die schönsten Songs, die unvergesslichsten Ferien und die tollsten
Liebesnächte treffen auch (fast) nie dann ein, wenn man genau dies erwartet.
Das limbische System, so eigensinnig und stur es zu sein scheint,
gewährt uns nicht dann die erwarteten Gefühle und Emotionen, wenn wir glauben genau
diese zu verdienen.
So im Affekt würde ich meines also gerne tauschen. Mein limbisches
System gegen eines, das dann arbeitet wenn ich es ihm befehle. Ein bisschen
differenzierter betrachtet, glaube ich allerdings, kann ich mit meinem doch
ganz zufrieden sein. Es schenkt mir oft und grosszügig tolle Gefühle. Da diese
oft unerwartet auftauchen, kann ich sie einzig nicht immer gebührend
geniessen. Doch auch dies ist vielleicht besser so, denn das Gefühl diese Situationen geniessen zu
müssen, könnte dem eigentlichen Sinn und Zweck der Gegebenheit unerfreulich
entgegenwirken.
So bin ich halt heute nicht überglücklich, sondern einfach ‚nur‘ zufrieden und dankbar, worüber ich
eigentlich auch ganz glücklich bin…
...ond weder emol, ganz fantastisch.
AntwortenLöschenEine vo Dine gröschte Fan's.
ich hasse prüfungsdruck :D also bei mir ist es noch "klausurendruck" :D
AntwortenLöschenzur zeit ist das zum glück entspannter:D
manche krankheiten (geisteskrankheiten) hören sich im ersten moment lustig an, allerdings ist das echt kein spaß für die betroffenen, da geb ich dir recht :))
ganz liebe grüße :)xx
pia
http://i-am-a-little-bit-like-this.blogspot.de/
ach, zufrieden und dankbar sein ist doch auch schon um einiges besser als dieser Stress. Ich steck auch grad mittendrin und bin einfach nur heilfroh, wenn ich ab Freitag einfach nicht mehr ununterbrochen im Hinterkopf habe, dass ich jetzt eigentlich dieses und jenes tun sollte.
AntwortenLöschenund danke für deinen netten Kommentar, da freu ich mich total :)
die Alina.